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Möblierte Wohnungen

Die sphärischen Videos von e-rent: technischer Teil

Die Technik - und die Erfindung von e-rent
Zwischen Hightech und Gespenst
Ein höchst eigenwilliges Ding. Unten sieht es wie ein Mars-Rover. In der Mitte hat es einen Giraffenhals. Und oben sitzt ein Kopf mit 6 Augen. Wer e-rent kennt, ahnt vielleicht, dass die Konstruktion etwas mit Immobilienfilm zu tun hat. Wenngleich auf sehr untypische Weise.

Denn wenn das Ding seine Arbeit aufnimmt, muss alles vor die Tür. Einschließlich Hausbesitzer, "Kameramann" und mögliche Zuschauer.

Sind alle verscheucht, fährt es alleine durch den Flur, biegt selbständig ins Wohnzimmer und kurvt von dort aus weiter. So lange jedenfalls, bis alle Räume begangen wurden. Nacheinander, geschlossen und vollständig.

Das Szenario mag gespenstisch wirken. Doch es erlaubt der Immobilienpräsentation auch einen Quantensprung. Schließlich dient das System einem besonderen Zweck: es ermöglicht den Einsatz von sphärischem Video im Wohnungsinneren.

e-rent ist die erste Immobilienunternehmen der Welt, das diese Technik nutzt. Die entsprechende Möglichkeit beruht auf einer Innovation unserer Tüftlerstube. Denn das gespenstische Ding ist nicht nur eine Erfindung von e-rent. Wir haben es auch in Eigenregie gebaut.

Als die Räume laufen lernten:
e-rent's sphärische Videos
Die ersten Beispiele
der Immobilienpräsentation
Spherivids: ein Quantensprung
in der 360° - Technik
Das "sphärische Video"
"Sphärisches Video" ist ein Format, das in Europa wenig bekannt ist. Die Technik wurde in Kanada entwickelt, entsprechende Kameras müssen direkt über die Hersteller importiert werden.

Über die Ursprünge kann nur gemutmaßt werden. Vermutlich stand am Anfang der Wunsch, die fotografische Technik von Google StreetViews mittels 360°-Video zu toppen. Jedenfalls konzentrieren sich die seltenen Beispiele im Netz auf den OpenAir-Bereich.

Der Kamara-Typ, den e-rent verwendet, arbeitet mit 6 richtungsverschiedenen Videoobjektiven. Sie nehmen parallel 6 Filme auf, wobei die Anordnung das gesamte Spektrum möglicher Blickperspektiven umfasst (in der Horizontalen: 360°, in der Vertikalen: 290°).

Für die Zusammensetzung (bzw. Verschmelzung) des Videomaterials sorgt ein spezielles Programm (das Verarbeitungsverfahren ähnelt insoweit den Vorgängen in der 360° Fotografie).

Das Abspielen der Dateien im Internet verwendet Flash. Der Player ist eine Neuentwicklung von KRPano (die entsprechende Arbeit hat entscheidend zur Qualität der Darstellungen beigetragen).

Das Rover-System
Der Einsatz im Wohnungsinneren wurde durch den Bau eines Rover-Systems ermöglicht. Der Prototyp ist eine komplette Eigenkonstruktion. Er wird durch einen Elektromotor betrieben und von einem Punkt außerhalb der Räumlichkeiten ferngesteuert (befände sich der "Kameramann" in der Wohnung, so würde er unweigerlich mit abgebildet).

Monitoring und Steuerung (von Bewegungsablauf und Geschwindigkeit) erfolgen dabei kabellos über eine Kombination aus Tablet und Pistolensender.

Der Rover fährt durch jede Tür, schluckt jede Unebenheit und lässt sich auf jede notwendige Kamerahöhe einstellen (einfache Lösungen scheitern hier - gute Ergebnisse erfordern nicht nur eine strikte Beibehaltung der Kamerahöhe, für die meisten Wohnungen muss diese auch relativ tief angesetzt werden).

Die Kamera haben wir mit einer ungewöhnlichen "Speicherkarte" ausgerüstet: Die Daten werden direkt auf ein MacBook Pro geschrieben. Damit das Gerät die enormen Übertragungsraten verkraften kann (bis zu 800MBit/sec), haben wir es zusätzlich getunt und mit einem Double Raid ausgestattet. Das Ausgangsmaterial für die späteren Formate kann dadurch in einer Auflösung von maximal 8000 x 4000 Pixel gedreht werden.

Zwischen Idee und Einsatzreife lagen ca. 2 Jahre (mitsamt aller Unterbrechungen, Experimente und Optimierungen).