Möblierte Wohnungen

1. Dom, Kö, Reuterbrücke: alles bleibt im Lande

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Mitte August. Jahr 2008. Ein Drehteam ruft an. Die Düsseldorfer? Nein, wieder mal Kölle. Man ist von der Polizei angehalten worden. Der Beamte möchte den Verantwortlichen sprechen. Wie? Ist mal wieder ein Fahrzeug nicht an die Leitstelle übermittelt worden? Egal. Denn nach 2 Jahren dürften die uns doch langsam… Ich habe den Beamten an der Strippe. Statt Ungemach folgt eine verblüffende Aufforderung: „Beeilt Euch. Sonst holt sich Google am Ende doch noch den Dom.“

Die aufmerksame Öffentlichkeit weiß mittlerweile, daß in Deutschland 2 Schwergewichte um die erste virtuelle Stadtbesichtigung ringen. Ende Mai hat Google sein „Street view“-Projekt auch für Deutschland angekündigt. Und überraschend hat die Presseabteilung der Deutschen Post lanciert: Wir machen etwas Ähnliches.

Bei diesen Sightseeings handelt es sich keineswegs um mediale Kinkerlitzchen. Etwa in Form von punktuellen Aufnahmen (Straßenecke hier, Plätzchen da). Geplant ist der digitale Durchmarsch. Für ganze Städte, auf speziellen Internetkarten. Möglichst lückenlos, möglichst systematisch, möglichst für alle erdenklichen Straßenzüge.

Quasi wie ein klassischer Stadtplan. Nur eben mit Wegführungen, die allsamt aus anschaulicher Realität gezeichnet sind. Freilich: da die Aufnahmen mit dem Auto gedreht werden, betrifft die Erfassung nur öffentlich befahrbare Straßen und Gäßchen. Aber ist das nicht schon gewaltig genug?

Jedenfalls könnte man im Netz dann mit ganzen Städten das tun, was man mit weniger voluminösen Inhalten schon länger macht: man kann sie virtuell nicht nur durchforsten, sondern auch wirklichkeitsnah besichtigen. Ganz gleich, zu welcher Uhrzeit. Ganz gleich, an welchem Ort.

Seit den entsprechenden Ankündigungen reißt die Debatte nicht mehr ab. Sie ist bestimmt von jener merkwürdigen Mischung aus Faszination und Grusel. Was will der moderne Mensch eigentlich noch? Und was mutet er sich selbst dabei zu? Die Datenschützer sind alarmiert. Die Presseleute diskutieren. Und das gespannte Publikum wächst. Wann ist es soweit? Manche vermuten 1 Jahr. Andere wiederum länger.

Wo wird es passieren? Welche deutsche Stadt wird als erste komplett eingefangen? Berlin? Frankfurt? München? Am Ende liegen alle wohl falsch. Die erste deutsche Stadt sind gleich 3 auf einmal: Köln, Bonn und Düsseldorf. Und das Rennen gewinnt keiner der beiden Giganten. Der Preis bleibt just in der Region. Mitsamt Severinsbrücke, Südstadt und Kö.



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